Tag 17 – 25.09.2022 – Sonntag – Blorenge-Wanderung - Abergavenny

Haben wir gut geschlafen, wunderbar, das ist was wert.
Schon der letzte Tag heute in den Brecon Beacons und somit auch in Wales.

Es gibt etliche tolle Hikes. Ich habe mir Unmengen an Bildern angeguckt und würde schon gerne vieles noch sehen und erwandern. Ich bin so unschlüssig.

Die Entscheidung ist nicht einfach, es sollte nicht zu spektakulär sein, damit es nicht überlaufen ist. Zu öde sollte es aber auch nicht sein.

Wir fahren mal in Richtung Abergavenny, dort soll es einen Hike zum Blorenge-Gipfel (561 Meter) geben.

In Llanfoist parken wir den Wagen. Der Wanderweg beginnt auf der anderen Seite der Straße, den Hügel hoch zum Monmouthshire and Brecon Canal.

Dort verlaufen wir uns kurz, wir hätten nicht zum Kanal hochgemusst, sondern unten drunter durch. Durch einen dunklen Tunnel. Ich mag keine dunklen Tunnel, wohl instinktiv dran vorbei gelaufen.

Der Waldweg geht schön steil den Berg hoch, vorbei an Schafsweiden.

An einem Abzweig haben wir die Wahl, entweder noch weiter 90% Steigung oder moderater – so hoffen wir – in Serpentinen den Berg hoch. Wir wählen die zweite Variante.

Den steilen Berg kommt gerade ein Jogger runtergerannt.

Der andere Weg führt erst mal um den Hügel herum, dann finden wir den Anstieg, der Weg versteckt sich im Farn
Ein paar Serpentinen sind es, aber meist geht es doch steil berghoch einen schmalen Weg durch Farn. Schon anstrengend.

Wir pausieren immer mal wieder. Dann sind wir oben, fast, aber von hier haben wir eine schöne Aussicht auf Abergavenny.

Wir lassen uns an einem Felsen nieder, picknicken und genießen die Sonne. (um uns draußen hinzusetzten haben wir uns 2 faltbare Sitzkissen besorgt, so bleibt der Popo warm.
Nach gut 20 Minuten geht es weiter noch zum Gipfeltürmchen.

Dann verlaufen wir uns nochmal, wandern in die falsche Richtung, zum Glück fällt es uns schon nach ein paar 100 Metern auf.
Wir müssen auf der anderen Seite runter, denn der Weg, auf dem wir waren, führte zu einem Parkplatz auf der falschen Seite.
Kurzer Blick auf die Map, wir haben den Weg gefunden. Der schmale Pfad führt immer durch den Farn. Teilweise ist der Farn höher als wir. Wir fühlen uns wie im tiefsten Urwald.

Nun kommen wir an eine weitere Abzweigung. Dort treffen wir zwei Radfahrer, die wissen auch nicht, wohin sie müssen. Sie wählen Weg A, wir B.
Fataler Fehler. Variante B – zwar eindeutig als Weg auf der Karte verzeichnet, hört leider nach ca. 1,5km einfach auf.
Kein Weg mehr zu erkennen, nur noch Wald und Farn.
Laut Karte befinden wir uns immer auf dem richtigen Pfad. Doofe Karte. Was nun?

Drehen wir um zum Abzweig, an dem wir die Radler getroffen hatten oder folgen wir weiter dem imaginären Pfad?
Eventuell wird er ja wieder laufbar? Die Hoffnung ist da.
Ich denke, wir folgen gerade einem Weg, den die Schafe immer laufen.
Plötzlich stehen wir vor einem Zaun. Na, super, und jetzt? Stacheldraht ca. hüfthoch.
Drüber oder entlanglaufen? Drüber ist keine Option, wir wollen uns nicht die Klamotten zerreißen, zudem haben wir Respekt vor Zäunen.
Allerdings, wenn wir nicht drübergehen, müssen wir entweder zurück oder den steilen Abhang hoch. Der Abhang besteht aus lockerer Erde unter viel Laub. Massenhaft Schafscheiße und zum Glück üppige Baumbewachsung, an deren Ästen wir uns hochhangeln.

Ein bisschen Verzweiflung kommt zwischendurch auf. Schaffen wir es oder müssen wir alles wieder zurück?
Wir fluchen vor uns hin. So ein Mist, wessen Idee war es denn, diesen Weg zu laufen?
Anderseits ist es auch irgendwie ein Adventure, von dem wir noch unseren Enkeln erzählen können. Oder euch.

Zu allem Überfluss stehen wir nun vor einer Mauer. Wir sehen auf der Karte, dass der richtige Weg nur noch ca. 20 Meter entfernt liegt. 20 Meter ist ja nicht weit. Vor uns liegt aber ein Areal aus Farn, manns-(frau)-hoch.
Also schlagen wir uns immer an der Mauer entlang durch den Farn. Jetzt ‘ne Machete. Machete, Machete, Machete.
Waterloo…

Mario flucht vor sich hin.

Mario geht vor uns und tritt die Pflanzen so gut wie es geht platt, so dass ich es einfacher habe.
Wir können nicht viel sehen, aber ab und zu hören wir Menschen. Juchu, bald geschafft. Nur noch wenige Meter. Just keep walking.

Waterloo….

Endlich stehen wir wieder auf dem Weg. Puh.

Wir können auch schon wieder runter in den Ort gucken.

Jetzt nur noch zurück zum Auto. Ihr erinnert euch an den steilen Weg vom Anfang. Ach ja, nach dem, was wir gerade hinter uns haben, Pillepalle.
Eigentlich hatten wir zuerst vor, den Weg zu verlängern und noch am Canal entlang zu laufen. Diese Idee verwerfen wir allerdings.
Wir sind froh, am Auto zurück zu sein. Das waren 8,95 km, die es mächtig in sich hatten. Fast 6 Stunden waren wir unterwegs.

Nach großen Unternehmungen ist uns nicht mehr, dennoch fahren wir noch nach Abergavenny.
Zum Glück erholen wir uns von solchen Märschen immer recht schnell.

Wir sind wieder so fit, dass wir in Abergavenny zur Ruine vorlaufen.
Dann schlendern wir noch durch die schöne Fußgängerzone.

In der Fußgängerzone ist ein schöner Outdoorladen, da stöbern wir ein bisschen. Ich kaufe einen kleinen Rucksack für meine Enkelin. Ich versuche noch mal den 20-Pound Schein loszuwerden. Die Frau guckt mich an, als gebe ich ihr Falschgeld. Eine ältere Dame kommt zur Hilfe und meint den Schein kann ich bei einer Bank eintauschen.
Heute haben die Banken allerdings zu.

In der Fußgängerzone spielt ein Musiker, der bekommt jetzt meine 20 Pfund. Er ist so geschockt, dass er so einen Schein bekommt, dass er aufhört zu spielen.

Er schaut den Schein verwundert an. Ich hoffe mal, dass er den bei einer Bank getauscht bekommt. Sonst wäre der bei mir zu Hause vergammelt, so sicher gut angelegt.
Nach Merthyr Tydfil sind wir noch eine halbe Stunde unterwegs. Dort legen wir die Füße hoch und chillen.
Zum Abend gibt es die Reste aus dem Kühlschrank, Salate, Chicken, Snacks. Während ich was zubereite packt Mario unsere Sachen.

Die Zeit am Abend vertreiben wir uns mit ein paar Folgen des britischen “Naked Attraction”.

Immer noch keine Nachricht von Ray, wir haben ihm jetzt 2 mal nett geschrieben, dass wir ausgecheckt sind und die Wohnung sauber hinterlassen haben, jetzt fehlt nur noch das versprochene Geld. Keine Antwort. Wir sagen ihm, dass wir nun den Support von Airbnb einschalten.

Wetter: heiter bis wolkig, bis 20°
Sights: Abergavenny
Wanderungen: Blorenge - 8,94 km
Abendessen: Salate, Chicken, Snacks